Eine Intervention zur Sicherung des Kindeswohls
EriK
Jedes Kind, das von Trennung seiner Eltern betroffen ist, befindet sich in einem Loyalitätskonflikt. Die Zuneigungen und Erwartungen beider Elternteile lassen sich für das Kind nicht mehr miteinander vereinbaren. Loyalität mit einem Elternteil bedeutet dann Illoyalität mit dem anderen.Betroffene Kinder verweigern manchmal den Kontakt zu dem getrenntlebenden Elternteil hartnäckig. Um das Wohl solcher Kinder langfristig zu sichern, gilt es, diesen totalen Kontaktabbruch möglichst zu verhindern. Lässt sich der Wiederstand gegen einen direkten Kontakt nicht auflösen, können Erinnerungs-kontakte helfen. Bei einem Erinnerungskontakt (EriK) findet keine direkte Kommunikation zwischen dem Kind und dem Elternteil statt, sondern sie sprechen ausschließlich mit dem Moderator.
Ablauf
Ziele
Erinnerungskontakte helfen vor allem bei der Auseinandersetzung mit der Frage nach der eigenen Herkunft – und so bei der Realitätskontrolle und Identitätsentwicklung des Kindes. Sie ermöglichen dem Kind oder Jugendlichen, seinen Elternteil als Menschen in seiner Haltung wahrzunehmen und zu erleben, und Informationen über Ihn zu bekommen. Kinder verinnerlichen so keine falschen Vermutungen über den Elternteil, sondern können ihre Einstellung zu ihm überprüfen.
Die Zielgruppe
Diese Form der Intervention richtet sich an Kinder und Jugendliche, die den Kontakt zu einem Elternteil nach einer Trennung nachhaltig verweigern.
Es geht nicht um die Verbesserung der Beziehung, sondern um den Austausch von Informationen. EriK finden nur statt, wenn kein Beziehungswunsch mehr vorhanden ist (keine Ambivalenz mehr besteht). Voraussetzung ist, dass die Ablehnung nicht durch negative Erfahrungen wie Missbrauch, Vernachlässigung o. ä. erlebnisgestützt ist.
In den meisten Fällen moderieren wir im Zeitraum eines Jahres vier Kontakte. Der andere Elternteil ist nicht Teil von EriK. Beide Elternteile werden außerhalb von EriK nicht weiter beraten.





